In dieser Interviewserie stelle ich 7 Fragen an Führungskräfte aus Agenturen aus dem Bereich Digitales Marketing. Hierdurch lernst du die Leads und ihre Agenturen von einer neuen Seite kennen und erhälst durch ihre Antworten Impulse für die Leitung deines eigenen Teams. Es lohnt sich also definitiv! Darf ich also vorstellen? Markus Walter, Head of SEO bei diva-e – Er wird mir im Folgenden Rede und Antwort stehen…

 

Markus Walter

Markus Walter
Head of SEO bei diva-e

Markus ist als Head of SEO bei der diva-e verantwortlich für ein Team aus mehr als 25 Expert:innen, welches Kunden dabei unterstützt, ihre über Suchmaschinen generierten Umsätze zu steigern.
Die diva-e versteht sich als Digitalpartner oder auch Transactional Experience Partner (TXP) und schafft gemeinsam mit Kunden Lösungen in einer komplexen digitalen Welt.

Seit 2007 arbeitet Markus im Online Marketing, speziell im SEO-Bereich. Er war unter anderem für ProSiebenSat.1 oder 1&1 tätig.

 

1. Welches Buch, Blog oder Podcast hat dich als Führungskraft positiv geprägt und würdest du weiterempfehlen?

Zu Beginn meiner Entwicklung in die Führung habe ich verschiedene Bücher gelesen, eher als Einstieg und Ergänzung zu meinem Leadership Programm. Tatsächlich haben mich Podcasts hier weniger geprägt: wenn ich Podcasts höre, dann eher aus dem Tech- oder Online-Marketing Bereich.

Für mich eine wichtige Quelle zur Inspiration und Weiterentwicklung im Bereich Führung ist in der Tat LinkedIn – anscheinend beschäftigen sich viele tolle Menschen aus meiner Bubble mit dem Thema und teilen immer wieder gute Impulse.

Zurück zur Frage: ob mich das als Führungskraft positiv prägt, müssen andere beantworten. 🙂

 

2. Wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben und welche Erwartungen impliziert dies auf deine Mitarbeiter?

Die Basis meiner Arbeit als Führungskraft ist Vertrauen. Jeder Mitarbeitende bekommt von mir einen enormen Vertrauensvorschuss, denn ich bin überzeugt, dass nur so die individuellen Stärken gelebt werden können. Und Individualität der Team-Mitglieder muss erkannt und gefördert werden. Dies erfordert im Übrigen jede Menge Empathie, eine Eigenschaft, die lange Zeit nicht zu meinen Stärken gehörte. Ein dritter Aspekt, der mit bei der den Führungstätigkeiten wichtig ist: ich möchte mich stets selbst hinterfragen und weiterentwickeln. Nur dann wird sich das Team auch zuverlässig entwickeln.
Und genau das erwarte ich von den Team-Mitgliedern: individuelle Stärken leben und andere coachen sowie sich weiterzuentwickeln. Gepaart mit offener Kommunikation und Transparenz steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit nichts im Weg.

Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass ich sehr froh und dankbar bin, bei der diva-e die Teams führen zu dürfen – jeder einzelne Mitarbeitende ist extrem motiviert und möchte uns als Gemeinschaft voranbringen.

 

3. Wie sieht euer Bewerbungsprozess aus und was sind deine liebsten Fragen in einem Bewerbungsgespräch?

Über die verschiedenen Kanäle (Bewerbungen, Active Sourcing, Empfehlungen etc.) kommen die Kandidat:innen in Kontakt mit unserem Recruiting. In einem ersten Gespräch werden Ziele & Erwartungen erfragt, wenn sich diese mit unseren decken, erfolgt der Austausch mit den Fachabteilungen.

In der Regel führen bei uns im SEO-Bereich einer der Team Leads gemeinsam mit mir und Recruiting das Kennenlerngespräch, welches für uns immer eine große Freude ist. Es macht sehr viel Spaß, die Menschen kennenlernen zu dürfen, die bei uns arbeiten möchten.

Verläuft das Gespräch gut, vereinbaren wir ein Gespräch mit den Teams – hier haben die Kandidat:innen die Möglichkeit, unsere Team-Kultur ein wenig zu spüren oder auch die eine oder andere Frage zu stellen, wenn keine Führungskraft dabei ist. Die Entscheidung über die Einstellung liegt übrigens beim Team.

Um meine Lieblingsfragen im Kennenlerngespräch zu erfahren, müsst ihr euch bei uns bewerben, sonst wäre das keine Überraschung. Eine hat etwas mit John Müller zu tun.

 

4. Wie sieht euer Onboardingprozess aus und wie sorgst du persönlich dafür, dass neue Mitarbeiter sich in deinem Team wohlfühlen?

Unser Onboarding-Prozess läuft sehr strukturiert und wurde natürlich auf die Rahmenbedingungen während der Pandemie angepasst – wir können Mitarbeitende sowohl persönlich im Office begrüßen, aber auch remote zu Hause.

Bereits lange vor dem eigentlichen Eintritt arbeiten verschiedene Bereiche daran, dass am großen Tag alles perfekt ist: hier unterstützen HR, die IT und unsere Abteilung. So möchten wir gemeinsam sicherstellen, dass die gewünschte Hardware (MacBook, Windows Notebook wenn es sein muss 🙂 vorhanden ist, alle Zugänge eingerichtet sind und natürlich alle vertraglichen Details geklärt sind. Damit nichts vergessen wird, haben wir uns einen Prozess in Jira & Confluence überlegt.

Am ersten Tag des Mitarbeitenden bei uns gibt es ein gemeinsames Essen mit dem Team, auch das haben wir schon remote gemacht. Eine tolle Möglichkeit für alle, sich ein wenig zu „beschnuppern“.

Während der Onboarding-Phase, die so lange dauert, wie es notwendig ist, bekommt der neue Mitarbeitende jeglichen Support von den Kolleg:innen. Juniorige Mitarbeitende nehmen z.B. in den Terminserien der Trainees teil, um uns und unsere Prozesse besser kennenzulernen und fachlichen Input zu bekommen. In jedem Fall bekommt jeder neue Mitarbeitende einen Paten an seine Seite gestellt, um die erste Zeit bei uns gemeinsam zu bestreiten. Das hilft gerade in Zeiten der Remote-Arbeit sehr.

Ansonsten sorgen unsere regelmäßigen Termine mit dem kompletten Team in lockerer Atmosphäre dafür, dass die neuen Mitarbeitenden bei uns sehr schnell ankommen. In regelmäßigen Feedbackgesprächen gemeinsam mit HR überprüfen wir, ob alles gut läuft oder Wünsche offen sind.

 

5. Wie sieht eure Feedback(gesprächs)kultur aus und wie sorgst du persönlich dafür, dass deine Mitarbeiter sich weiterentwickeln?

Die regelmäßigen Feedbackgespräche führen wir natürlich nicht nur mit den neuen Mitarbeitenden, sondern mit dem gesamten Team. Im gesamten Unternehmen sind hier zwei jährliche Gespräche vorgesehen. Das bildet einen guten Rahmen für Definition der individuellen Weiterentwicklungsthemen der einzelnen Team-Mitglieder. Darüber hinaus legen wir viel Wert auf kontinuierlichen Austausch – diesen sichern wir mit Jour fixes mit Mitarbeitenden und dem gesamten Team. Nur dann, wenn man miteinander redet, sich zuhört und reflektiert, funktioniert die Zusammenarbeit und der Aufbau von einem vertrauensvollen Verhältnis.

Die Weiterbildung ist uns ein ganz besonderes Anliegen, dem wir viel Zeit zugestehen. Neben zahlreichen internen Fortbildungen zu Softskills, regelmäßigen Vorträgen, unserer Young Pro SEO Academy oder einem Patenprogramm bekommt bei uns jeder Mitarbeitende ein großzügiges Budget und die notwendige Zeit zur Weiterbildung. Die Team Leads unterstützen bei der Planung der Entwicklungsthemen, wenn gewünscht.

 

6. Welche Herausforderung siehst du in der Remote-Führung und wie gehst du damit persönlich um?

Wir haben in den letzten Jahren gelernt, remote zu arbeiten und zu kommunizieren, die Tools und Möglichkeiten haben sich hierfür immer weiterentwickelt. Aber: nichts ersetzt den persönlichen Kontakt, die gemeinsamen Mittagessen und die guten Gespräche zwischen den Terminen. Die Arbeit nimmt einen großen Teil unserer täglich zur Verfügung stehenden Zeit ein, der Spaßfaktor sollte hier eine große Rolle spielen. Und dieser steigt bei uns in den Teams, wenn wir uns persönlich sehen können.

Und genau hier sehe ich die Herausforderung: weniger persönlicher Kontakt kann dazu führen, dass der Spaß an der täglichen Arbeit nachlässt oder auch das Vertrauensverhältnis nicht oder nur erschwert aufgebaut werden kann. Zudem wird der Job eventuell leichter ersetzbar.

 

7. Welche Herausforderungen siehst du in den kommenden Jahren im Bereich Führung allgemein auf uns im Agenturbusiness als auch persönlich auf dich zukommen?

Einen Punkt hatte ich oben genannt: die Remote-Arbeit macht den Job bei vielen Aspekten nicht unbedingt leichter.

Ebenfalls nicht leichter wird eine neben den fachlichen Aspekten von uns gelebte und erwartete Disziplin: das Consulting. Die letzten 12 Monate zeigen sehr deutlich, dass die Projekte und Anfragen sehr viel komplexer geworden ist, die Herausforderungen unserer Kund:innen haben sich stark verändert – gerade im Bereich SEO wird viel mehr benötigt. Um diese Consulting Skills aufzubauen und zu vertiefen, erfordert es viel Ausdauer und Engagement, welche auch neben der fachlichen Weiterentwicklung eine große Rolle einnehmen muss. Und dies muss von den Führungskräften eingeplant werden.

 

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