In dieser Interviewserie stelle ich 7 Fragen an Führungskräfte aus Agenturen aus dem Bereich Digitales Marketing. Hierdurch lernst du die Leads und ihre Agenturen von einer neuen Seite kennen und erhälst durch ihre Antworten Impulse für die Leitung deines eigenen Teams. Es lohnt sich also definitiv! Darf ich also vorstellen? Alexander Geißenberger, Gründer und Geschäftsführer bei xpose360 – Er wird mir im Folgenden Rede und Antwort stehen…

 

Alexander Geißenberger

Alexander Geißenberger
Gründer und Geschäftsführer bei xpose360

Alexander Geißenberger ist Gründer und Geschäftsführer der xpose360 GmbH, einer Performance Marketing Agentur mit Sitz in Augsburg und knapp 80 Kolleg:innen. Er ist an der Hochschule Augsburg lehrbeauftragt im Master Studiengang „Marketing Management Digital“, Mitglied des Berufsbildungsausschusses und seit vielen Jahren Speaker in den Bereichen Unternehmensentwicklung, Mitarbeiterführung und Online Marketing. In seiner Freizeit produziert Alexander Musik in seinem Tonstudio und genießt das Landleben mit seinen beiden Kindern.

 

1. Welches Buch, Blog oder Podcast hat dich als Führungskraft positiv geprägt und würdest du weiterempfehlen?

Als erstes empfehle ich immer Die Psychologie des Überzeugens von Robert B. Cialdini um sich und seine Umwelt ein wenig reflektierter wahrzunehmen. Gefolgt von den Stefan Meraths Büchern Die Kunst seine Kunden zu lieben und Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer. Auch die Jack Nasher Bücher Deal!, Entlarvt oder Überzeugt sind hilfreich. Oder die Werke von Ilja Grzeskowitz Attitüte, Die Veränderungsformel oder Let’s talk about change. Eigentlich kann man nie genug lesen & hören. Die Liste könnte unendlich lang sein.

Ich selbst habe nonstop Podcasts, YouTube Playlisten, Audible-Bücher oder Blinks laufen. Die Inhalte und Erkenntnisse wiederholen sich irgendwann, festigen sich und du hast einen sehr stabilen, jederzeit abrufbaren Werkzeugkasten an Methoden, Geschichten und Ideen, auf den du zurückgreifen kannst.

 

2. Wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben und welche Erwartungen impliziert dies auf deine Mitarbeiter?

Ich führe sehr bewusst lateral und pflege einen Umgang auf Augenhöhe mit allen Kolleg:innen. Dadurch ist eine sehr wertegetriebene Kultur bei der xpose360 entstanden. Diese wiederum zieht Menschen an, die so ticken wie wir.

Wir möchten immer outperformen (bei Pitches, bei Kunden, in sozialem Engagement, in der Bürogestaltung, etc.) aber dabei Herz & Köpfchen nicht verlieren. Wir sind auf der einen Seite gute Freunde, feiern und lachen viel zusammen. Auf der anderen Seite sind wir durch diese engen sozialen Bindungen ein unheimlich eingespieltes Team. Da brauchst du irgendwann deutlich weniger Worte, um dein Ziel zu erreichen.

 

3. Wie sieht euer Bewerbungsprozess aus und was sind deine liebsten Fragen in einem Bewerbungsgespräch?

Wir laden die sich bewerbende Person immer zu einem lockeren Talk ein und lassen uns aus dem Bauch heraus ein wenig über ihren Hintergrund erzählen um die Nervosität abzubauen. Dann führen wir ein sehr wertschätzendes Gespräch rund um Werte, Kultur und Wünsche an den zuk. Arbeitgeber. Zuletzt klopfen wir die fachlichen Kenntnisse ab – der Mensch steht aber bei uns deutlich mehr im Fokus als die Expertise. Diese bauen wir notfalls über die Zeit auf.

Abschließend zum ersten Gespräch zeigen wir recht umfangreich auf, was man von uns als Arbeitgeber erwarten kann. Wir präsentieren also den Umgang mit flexiblen Arbeitszeiten, unsere Benefits, Karrierepfade, Boni, etc.

Dann gibt es ausnahmslos immer ein Team-Kennenlernen, bei dem der/die Bewerber:in einen sehr großen Teil des zuk. Teams kennenlernt. Diese Runden sind dann eher wenig inhaltlich und mehr persönlich geprägt. Nur, wenn das Team sich komplett für den/die Kandidat:in ausspricht, erhält er/sie auch ein entsprechendes Angebot von uns.

 

4. Wie sieht euer Onboardingprozess aus und wie sorgst du persönlich dafür, dass neue Mitarbeiter sich in deinem Team wohlfühlen?

Wir bilden alle Onboarding Informationen in Sharepoint Websites ab. Hier haben neue Kolleg:innen immer einen zentralen Anlaufpunkt und hier finden sie ausnahmslos alle statischen und aktuellen Infos.
Jede:r Kolleg:in erhält eine:n Mentor:in, welche:r dann in der Anfangszeit inhaltlich und strukturell unterstützt. Das geht bis hin zu den Essensgelegenheiten. Außerdem findet in regelmäßigen Abständen ein sehr umfängliches Onboarding-Event statt, in dem wir die Story der xpose360 erzählen und unseren Wertekanon vorstellen.

Ich selbst bin fast jeden Tag im Office und zocke die Kolleg:innen im Tischtennis ab. Ich bin also jeden Tag persönlich ansprechbar und verbringe viel Zeit mit den Kolleg:innen. Außerdem haben wir wahnsinnig viele Events, wie Pokerturniere, Feierabend-Bierchen in unserer eigenen Bar, GoKart-Events, etc. bei denen wir uns besser kennenlernen.

 

5. Wie sieht eure Feedback(gesprächs)kultur aus und wie sorgst du persönlich dafür, dass deine Mitarbeiter sich weiterentwickeln?

Wir sprechen allgemein sehr viel, oft und intensiv mit allen Kolleg:innen. Mindestens aber führt jede Führungskraft einmal im Monat ein strukturiertes Feedbackgespräch im 1:1. Dabei betrachten wir die Zielvorstellung, die wir mit den Kolleg:innen erarbeitet haben und gleichen die dafür notwendigen Zwischenschritte ab. Hier gibt es immer eine Eigen- und eine Fremdeinschätzung, die wir dann besprechen. Die Schritte zum Ziel werden natürlich völlig transparent geteilt.

Wir geben uns immer große Mühe, wertschätzendes und zielorientiertes Feedback zu geben. Also die Sache, das Ziel und die Zukunft im Auge zu behalten. Wenn also mal etwas schief geht, halten wir uns nicht mit der Suche nach den Schuldigen auf sondern wir erarbeiten, was wir zukünftig besser machen können.

 

6. Welche Herausforderung siehst du in der Remote-Führung und wie gehst du damit persönlich um?

Wir arbeiten mit mehreren Remote Führungskräften und das funktioniert bisher gut. Jedoch halte ich regelmäßige, persönliche Treffen für äußerst sinngebend. Du kannst in einem persönlichen Gespräch dein Gegenüber mit mehr Sinnen wahrnehmen und eine engere Beziehung aufbauen. Remote Führung kann gut funktionieren aber nach meiner Erfahrung sind regelmäßige vor Ort Treffen unersetzbar.

 

7. Welche Herausforderungen siehst du in den kommenden Jahren im Bereich Führung allgemein auf uns im Agenturbusiness als auch persönlich auf dich zukommen?

Genau diese. Remote Stellen werden massiv zunehmen und der Fachkräftemangel beschleunigt sich gerade erst so richtig. Das bedeutet, die größte Herausforderung im Umgang mit Menschen, nämlich „Remote führen“ wird alltäglich werden. Wir benötigen an dieser Stelle eine komplett neue Herangehensweise, um zwischenmenschliche Bindung zu erzeugen. Denn auch Onboarding-Events, Firmen-Events & Co. werden in Zukunft mindestens hybrid stattfinden. Die Bereitschaft, längere Reisen auf sich zu nehmen für ein Kennenlernen, sinkt.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.