Im Rahmen der jährlich stattfindenden Feedbackgespräche ist es sinnvoll, wenn Mitarbeiter:innen dazu aufgefordert werden, sich Ziele für das Folgejahr zu setzen. Diese dienen als hilfreicher Orientierungsrahmen für die Mitarbeiterentwicklung, auf die eine Führungskraft in seinen 1:1-Meetings idealerweise regelmäßig Bezug nehmen sollte. Es ist hierbei mittlerweile eingehend üblich und bekannt, dass man Ziele SMART formulieren sollte. Doch die Praxis zeigt, dass dies mitunter gar nicht so einfach ist. Dieser Artikel soll daher dabei eine Hilfestellung geben, wie SMART-Ziele für die Jahresgespräche festzuhalten und für die fortwährende Besprechung dieser zu dokumentieren sind.

Für was SMART-Ziele nochmal stehen

SMART ist ein Akronym, was vom Managementforscher und Unternehmensberater Peter Drucker ins Leben gerufen wurde. Laut ihm ist eine Zielvereinbarung nur dann (im doppelten Sinne) SMART formuliert, wenn die fünf folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • S = Specific (Spezifisch)
  • M = Measurable (Messbar)
  • A = Achievable (Erreichbar)
  • R = Reasonable (Angemessen)
  • T = Time-bound (Terminiert)

 

Im Rahmen eines Feedback- bzw. Jahresgesprächs sollten alle gesteckten Ziele unbedingt schriftlich festgehalten und im weiteren Verlauf in konkrete nächste Schritte überführt werden. Die Umsetzung und der Fortschritt der gesteckten Ziele sind anhand im Rahmen von 1:1-Gesprächen regelmäßig zu überprüfen.

Natürlich besteht im Laufe des Jahres auch immer die Möglichkeit, Ziele anzupassen und feinzujustieren. Rahmenbedingungen und Prioritäten ändern sich, so dass es legitim ist, seine Ziele zu korrigieren oder auch neue hinzuzufügen. Am Ende muss man hierbei nur aufpassen, dass die ursprünglich gesteckten und gemeinsam beschlossenen Zielvorstellungen auch wirklich ernst genommen werden und wirklich auch versucht wird, diese zu erreichen. Hier sind sowohl Mitarbeiter:innen als auch Führungskräfte gefragt, dies im Blick zu behalten.

 

Eine Hilfestellung, um SMART-Ziele zu definieren.

In der Praxis habe ich gemerkt, dass es Mitarbeitenden nicht immer so leicht fällt, Ziele SMART zu formulieren. Gleichzeitig finde ich es als Führungskraft immer hilfreich, wenn für alle gültige Zielvorgaben einheitlich formuliert sind und nicht jeder eigentlich ähnliche Zielsetzungen anders formuliert. Daher habe ich im Kontext meiner Lead-Tätigkeiten bei Dept mal eine Reihe von Vorschlägen notiert, wie ich mir wünsche, dass SMART-Ziele notiert werden sollten. Viele Mitarbeiter:innen und auch Leads von anderen Teams empfanden diese folgenden Aufbau zur Zieldefinition als hilfreich:

  1. Buzzword: Die Richtung oder das Thema des Ziels in ein Wort gepackt.
  2. Einleitungssatz: „Ich will…“
  3. Terminierung: „bis [wann?]…“
  4. Spezifische, erreichbare Beschreibung: Das Ziel in 1-2 Sätze gepackt.
  5. Bedingung der Messbarkeit: Sei konkret, definiere messbare Zahlen oder notiere, wie das bewertet werden kann – und wenn das erstmal nur „Monitoring erfolgt im 1:1-Austausch mit meinem Lead.“ bedeutet.

 

Wenn man diese Struktur anwendet, können dabei beispielsweise die folgenden SMART-Ziele entstehen:

  • Expertship: Ich will bis … einen Trainee Workshop zum Thema … erstellen und im Beratungsmeeting vorstellen.
  • Expertship: Ich will bis … erster Ansprechpartner und Wissensträger im Beratungsteam sein für … und dabei bei … Kunden, mein Knowhow dazu eingebracht haben.
  • Marketing: Ich will bis … auf … Konferenzen/Webinaren speaken sowie … Fachbeiträge schreiben.
  • Aufgabendelegation: Ich will mehr Aufgaben abgeben und delegieren, d.h. bis … eine Anzahl von … Kunden/Aufgaben nennen können, bei denen ich dies umgesetzt habe.
  • Positionswechsel: Ich will bis … zum (Junior/Senior) SEO Consultant werden, daher werde ich den Fokus darauf legen, …
  • Entwicklungsperspektive: Ich will bis … konkreter formulieren können, wie ich mich persönlich weiterentwickeln möchte.
  • BVDW-Zertifikat: Ich will mein Traineeship bis … erfolgreich abschließen und das BVDW-Zertifikat bestehen.
  • Kundenwechsel: Ich will bis … mein Projekt … abgeben, um anstelle dessen … zu übernehmen.
  • Neuer Kunde: Ich möchte bis … Kunden selbstständig und souverän betreuen.
  • Präsenz: Ich will bis … eine Anzahl von … Themen im Beratungsmeeting präsentieren und …
  • Präsenz: Ich will bis … an mir arbeiten, dass ich nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ meine … sichtbarer vor … mache (und damit durch stärkere Proaktivität und Selbstbewusstsein auffalle). Monitoring erfolgt im 1:1 Austausch mit meinem Lead.
  • Effizienz: Ich will bis … meine Arbeitsweise verbessern, so dass ich meine Overrun-Quote auf … senke.
  • Selbstorganisation: Ich will bis … an mir arbeiten, Wege zu finden, um mich selbst besser zu organisieren und daher … tun.
  • Fokusthema X: Ich will mich bis … im Bereich … (wie folgt) weiterbilden und die gewonnen Erkenntnisse aktiv bei … anwenden (und im Beratungsmeeting vorstellen.)

 

Möglichkeiten SMART-Ziele zu dokumentieren

Wie oben bereits erwähnt, ist es wichtig, dass man die SMART-Ziele schriftlich dokumentiert und darüber regelmäßig in den 1:1-Meetings spricht. Damit Mitarbeiter:innen und Führungskraft hierfür einen gemeinsame Basis für das Monitoring der Ziele haben, macht es Sinn sich hierfür ein Dokument anzulegen. Sofern dies nicht von der Organisation vorgegeben ist oder man hierfür gegebene HR-Tools nutzen kann, empfiehlt sich der Einsatz von Google Spreadsheets. Um eine erste Idee zu erhalten, wie man dieses tabellarische Dokument aufbauen kann, kann ein Blick in die folgende Inspirationsvorlage helfen:

Jetzt Vorlage für die Dokumentation von SMART Entwicklungszielen herunterladen!
P.S. Einfach Kopie des Spreadsheets erstellen und nach eigenen Wünschen anpassen…

 

Diese Dokumentation enthält zunächst einen Überblick über die bis zu fünf SMART-Ziele, die sich ein Mitarbeitender für ein Jahr gestellt hat. Darunter erfolgt pro Ziel nochmal eine weitere Übersicht, wo die Mitarbeiter:innen ihre konkreten nächsten Schritte notieren können, die sie sich bis zu einem definierten Datum für die Zielerreichung vorgenommen haben. Diese Action-Points sind idealerweise auch SMART formuliert, wenngleich die Logik hier manchmal auch einfach nur sein kann: 0 = Noch offen, 1 = Erledigt. Um in den 1:1-Meetings über Learnings oder Herausforderungen zu sprechen, kann es hierbei sinnvoll sein, wenn die einzelnen Punkte reflektiert und stichpunktartig festgehalten werden. Daher enthält das Spreadsheet auch eine Zelle pro Action Point dafür. Am Ende soll das Dokument der Inspiration dienen und kann nach Belieben auf die eigenen Bedürfnisse und Workflows angepasst werden. Viel Spaß damit!

 

Deine Meinung interessiert mich

Wie sind deine Erfahrungen mit SMART-Goals? Welchen Weg findest du, um diese zu formulieren? Und auf welche Weise dokumentierst du diese?

Ich freue mich auf deine Rückmeldung in den Kommentaren…

 

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