Machen wir uns nichts vor: Home Office ist ein anderes Arbeiten als im Büro – und das wird auch immer so bleiben. Auch, wenn das Arbeiten von zu Hause seine Vorteile mit sich bringt, fehlt vielen der Smalltalk bei Kaffee oder einer gemeinsamen Zigarette, das gemeinsame Mittagessen in der Küche oder auch die spontanen Gespräche im Flur oder über den Schreibtisch hinweg. Was also kann man tun, um das vor allem Zwischenmenschliche ins Home Office zu überführen?

Nicht jede Idee funktioniert in jedem Team bzw. erreicht jeden Mitarbeitenden zugleich. Dennoch ist es gut, wenn man sich auf jede einmal einlässt. Im Folgenden möchte ich daher drei Ideen vorstellen, die wir bei Dept am Standort Berlin ausprobiert haben. Lass dich davon inspirieren und teste diese doch auch einmal mit deinem Team aus!

Idee #1: Ein Weekly-Highlight-Meeting

Im SEO-Beratungsteam hat sich seit Start der Corona-Pandemie ein neues Meetingformat mit dem Namen „Weekly-Highlights-Meeting“ durchgesetzt. Dies ist ein optionales Teammeeting, bei dem wir uns als Team via Google Meet treffen und im Rahmen von 30 Minuten offen von unseren Wochenhighlights erzählen. Nicht jeder muss bei diesem Meeting etwas erzählen, aber die Sammlung der verschiedenen Wochenhighlights aus dem Team lassen einem in Summe immer zu dem Fazit kommen, dass es eine schöne und erfolgreiche Woche war. Da eher das Persönliche im Vordergrund steht, wird auch immer wieder gern etwas aus dem Privatleben erzählt und gemeinsam gelacht. Das tut der Seele gut, insbesondere wenn man die ganze Zeit zu Hause nur allein vor dem Bildschirm hockt.

Um hierbei für etwas Abwechslung zu sorgen, kann man den Wochenrückblick auch etwas spielerischer gestalten. Warum nicht einmal das Highlight mithilfe einem Online-Zeichentool wie Drawisland und Sketchtogether zeichnen lassen? Oder sich ein Bild nach dem Schema „How do you feel on a … scale?“ auf dem Bildschirm teilen und seine Meinung über die Woche so ausdrücken?

Das „Weekly-Highlight-Meeting“ schafft ebenfalls den Rahmen, um sich gegenseitig Blumen im Sinne von Dankesworten zu überbringen. Francis Bacon sagte einmal: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ Viele Probleme entstehen dadurch, dass ein Dank nicht ausgesprochen, sondern nur empfunden wird. Daher ist es gut, wenn man immer wieder auch den Raum dafür schafft, sich gegenseitig lobendes Feedback zu geben. Diese Dankesrunden machen wir meines Erachtens noch viel zu selten, aber wo ich diese Zeilen hier schreibe, bin ich ermutigt, diese wieder öfter zu initiieren!

Vielleicht fragst du dich, ob ein wöchentlich stattfindendes Meeting á 30 Minuten zusammen mit bis zu 20 Leuten nicht ein sehr teures und unproduktives Meeting sei. Immerhin ergibt sich (sofern alle Mitarbeiter:innen immer anwesend wären) ein Zeitinvest von ca. 40h im Monat oder bei einem fiktiven Stundensatz von 100€ insgesamt Opportunitätskosten von 4.000€. Nunja, ich bin der festen Überzeugung, dass man in Zeiten von Remote-Work neue Wege gehen muss und es jeden Euro wert ist, wenn so ein Meeting dafür sorgt, dass sich damit ein Teamzusammenhalt bildet und man sich gegenseitig als Menschen wahrnimmt und kennenlernt. Das ist in meinen Augen ein unbezahlbares Investment, dass uns möglicherweise während der Corona-Zeit sehr zusammengebracht hat!

 

Idee #2: Ein offenes Digital-Office

Unser Creative-Team kam während der Corona-Pandemie auf die Idee, einen virtuellen Raum zu schaffen, indem man sich jederzeit einwählen kann, wenn man nicht gerade in einem Meeting ist. Ergo: Ein Google-Meet-Link, mit dem man sich die Büroatmosphäre nach Hause holt. Die Mikrofone sind auf laut gestellt, man kann spontan mal eine Frage stellen und arbeitet quasi mit- und nebeneinander.

Ich fand diesen Ansatz erst gewöhnungsbedürftig, aber auf der anderen Seite auch irgendwie wieder genial. Daher haben wir es als SEO-Beratungsteam ausprobiert. Leider hat dies bei uns aber nicht so gut gefruchtet. Vielleicht sind wir als Consultants zu oft in Meetings, benötigen häufiger Ruhe oder sind einfach nicht die Richtigen dafür. Da ich aber der Überzeugung bin, dass dies nicht für jedes Team so der Fall sein muss, möchte ich gern den zu Wort kommen lassen, der dies in seinem Team erfolgreich umsetzen konnte:

Sönke Schürmeier

Sönke Schürmeier
Senior Art Director & Design Lead bei Dept

Ich habe damals mit zwei Designer:innen zusammen gestartet. Da das Onboarding virtuell stattfand, war es schwer zu Beginn Kontakte zu knüpfen. Daher haben wir dann das so genannte „Digi-Office“ ins Leben gerufen. Das hat unser Team enorm zusammengeschweißt. In Zeiten von Home Office gibt es einem das Gefühl, nicht allein zu sein. Es kann das physikalische Office zwar nicht komplett ersetzen, aber es erleichtert die Kommunikation ungemein. Wir haben uns über diesen Weg als Team sehr gut kennengelernt, da wir auch über viele private Themen gesprochen haben. Mittlerweile sind wir sechs Leute im Team, was eine gute Größe für so einen virtuellen Raum ist. Ab einer bestimmten Größe kann es mit Sicherheit chaotisch werden. Dennoch glaube ich, dass es eine gute Möglichkeit ist sich spontan zu treffen, egal wie groß ein Team ist.

 

Idee #3: Digital die Mittagspause verbringen

Als Teamlead habe ich es geliebt, mich mit meinen Mitarbeiter:innen zum Lunch zu verabreden. In entspannter Atmosphäre und bei einem guten (oder manchmal auch mittelguten) Essen lernt man sich einfach am besten kennen und erlebt die besten Team- als auch 1:1-Meetings.

Wer aufgrund von Corona oder ortsübergreifenden Teams nicht in ein Restaurant gehen kann, muss sich etwas anderes überlegen. Für einige funktioniert es tatsächlich, sich digital zum Mittagessen zu verabreden. Für andere ist dies wiederum ein No-Go, sich virtuell beim Essen zuzuschauen. Aber warum nicht auch einmal raus in den Park gehen und an der frischen Luft mit jemandem telefonieren? Oder wenn das virtuelle Essen das Problem ist, anstelle dessen einfach mal einen „Digital Coffee“ mit jemandem einstellen? Da, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Soziales Miteinander ist wichtig, daher nimm dir die Zeit und mach deine Mittagszeit wieder zur Prime Time!

 

Idee #4: Den Sound des Büros abspielen

Eines der Vorteile im Home-Office ist in der Regel die größere Ruhe. Kein fremdes Telefon, was klingelt. Kein Tastatur-Gehämmer oder Getuschel von den Kollegen. Keine Kaffeemaschine, die aus der Office-Küche nervt. Oder ist es manchmal genau das, was du vermisst? Geräusche, die dir vermitteln: Du bist nicht allein! Da ist noch Leben in der Bude… Wenn dies der Fall ist, dann hole dir doch den Sound des Offices doch in dein Zuhause mit Soundofcolleagues.com. Einfach die Bürokulisse so zusammenmixen, wie es dir gefällt und sich wie „auf Arbeit“ fühlen…

 

Deine Meinung interessiert mich

Es gibt unterschiedliche Wege, um trotz Remote ein Wir-Gefühl zu schaffen. Daher würde mich interessieren: Wie sorgst du dafür, dass das Bürogefühl ins Home-Office kommt?

Ich freue mich auf deine Rückmeldung in den Kommentaren…

 

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